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Es würde ein langer Nachmittag werden. Ich schaute auf das kleine Glas in meiner Hand und fragte mich zum wiederholten Male, wie ich hierhergekommen war. Das Korsett drückte an den unmöglichsten Stellen und der Reifrock engte meine Bewegungsfreiheit ein. Hinzu kamen noch unzählige stechende Haarnadeln, die sich in dem Kunstwerk auf meinem Kopf versteckten. Die hochhackigen Schuhe machten das Gehen nicht unbedingt einfacher. Irgendwie schaffte ich es, mich an einer Gruppe Ohrensessel vorbeizudrängen, ohne mit dem Kleid hängen zu bleiben. Ich warf einen Blick in den Spiegel hinter der Bar und erkannte die Frau, die mich daraus anblickte, kaum wieder.

In diesem burgunderroten Kleid mit breiten Falten und einer Turnüre, die meinen Hintern noch größer aussehen ließ, wirkte ich wie eine Dame aus dem viktorianischen England. Die vielen kleinen Zahnräder und die ledernen Armstulpen störten das Bild. Auch der kleine Hut in meinem hochgesteckten Haar wies untypische Elemente auf. Am deutlichsten fiel der kleine Totenkopf ins Auge.

Als ich mich umblickte, kam ich mir allerdings überhaupt nicht mehr außergewöhnlich vor. Um mich herum tummelten sich Menschen in ähnlichen Kostümen. Ich sah Abenteurer mit Safarihut und Luftpiraten, englische Lords und Ladys und einen Wissenschaftler mit einer kleinen Dampfmaschine auf dem Rücken. Nicht weit von mir entfernt entdeckte ich zwei Damen mit Da-Vinci-Flügeln an ihren Kleidern.

Ich staunte, wie liebevoll die hohen Räume dieses alten Stadthauses umgebaut und dekoriert waren. Auf einer alten Leinwand in der Ecke flimmerten Schwarz-Weiß-Filme. Ein Mann auf einem Hochrad fuhr langsam durch die Menge und zitierte dabei aus einem Roman von H. G. Wells. Zumindest behauptete er das, ich selbst hatte nie eines der Bücher gelesen. Ich kannte nur den Film mit Tom Cruise.

Mittendrin entdeckte ich endlich meine beste Freundin Sam, die über das ganze Gesicht strahlte. Sie trug ein hellgrünes Kleid mit Korsett und Turnüre, dessen Rock an einer Seite bis zum Knie hochgebunden war. Ihre ledernen Handschuhe wiesen das gleiche Muster auf wie der Gürtel um ihre Taille, von dem einige antike Schlüssel baumelten. Ein grünseidenes Band zog sich, halb verdeckt von einer Schweißerbrille, um den Zylinder auf ihrem Kopf. Sie sprach mit unserem Gastgeber, dessen Gehstock einen echten Degen verbarg, wie er mir vorhin eindrucksvoll vorgeführt hatte.

Als Sam mich entdeckte, verabschiedete sie sich von ihm und eilte zu mir. »Ist das nicht unglaublich!«, sprudelte es aus ihr heraus, kaum dass sie einen Platz neben mir an der Bar ergattert hatte. »Die Steampunk-Gesellschaft hier in Edinburgh ist um vieles angesagter als die in Berlin!«

»Lass das bloß nicht deine alten Freunde hören«, erwiderte ich und leerte mein Glas in einem Zug.

Sams Blick blieb an meinen Händen hängen. Das tat sie schon die ganze Woche.

Auch ich konnte nicht anders und schaute immer wieder nach unten. Es war ein komisches Gefühl, keine Handschuhe mehr zu tragen.

»Ich kann es immer noch nicht glauben«, flüsterte Sam mir zu. »Es ist so ein ungewohnter Anblick.«

Ich stellte das leere Glas auf den Tresen, als Sam meine Hand ergriff und mit den Fingerspitzen vorsichtig über meine Haut glitt.

Bis gestern hatte ich noch einen auf meine Hände geschriebenen Bann getragen, damit ich auch ohne die Handschuhe sicher war. Aber es fiel zu sehr auf, wenn meine Hände immerzu leuchteten und feinen Glitzer verstreuten. Zum Glück brauchte ich den Bann nun nicht mehr.

Vor knapp einem Monat hatte ich zusammen mit meinen Freunden die Dämonenarmee von Luciano in die Hölle geschickt. Seit diesem Tag trainierte ich hart, um meine Kräfte in vollem Ausmaß nutzen zu können. Der erste Schritt bestand darin, meine Handschuhe abzulegen und zu lernen, meine Gabe zu kontrollieren. Ich musste Dinge berühren können, ohne ständig von Bildern über deren Entstehung überwältigt zu werden. Dieses Können würde mir die Möglichkeit geben, mich auf Banne zu konzentrieren.

Ein kleiner Stich bohrte sich durch mein Herz, als ich an den Grund für mein hartes Training dachte.

Darvin.

Der Mann, der sich mit seiner raubeinigen Art einen Weg in mein Herz geschlichen hatte - schon vor über hundertsechzig Jahren.

Es war allein meine Schuld, dass er jetzt mit Lucianos Armee in der Hölle saß. Ich hatte ihn dort hingeschickt. Als ich den Bann gezogen hatte, kämpfte Darvin gegen das Heer und konnte nicht fliehen. Ich hatte mit ansehen müssen, wie der Mann, den ich liebte, in die Hölle gezogen wurde, und konnte nichts dagegen unternehmen.

Aber ich war wild entschlossen, ihn dort wieder herauszuholen. Egal wie schwer es sein würde oder wie viele sich dabei gegen mich stellten. Mein Herz gehörte Darvin. Ich konnte ihn nicht in der Hölle verrotten lassen.

Vorsichtig entzog ich meiner besten Freundin die Hände und sah sie lächelnd an. »Ich hatte dich eigentlich nur gefragt, ob du mir eine Robe besorgen kannst, jetzt, wo du deine neue Boutique aufgemacht hast.«

Nach der Schlacht gegen das Dämonenheer waren Sam und ich nicht wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Im Moment lebten wir in der Pension der MacConns in Edinburgh.

»Aber stattdessen schleppst du mich zu einem Treffen einer Geheimloge?«

»Das ist doch keine Geheimloge«, tat Sam meinen Einwand mit einem Lachen ab.

Ich schaute über ihre Schulter zu dem in Holz geschnitzten Schriftzug über der Tür zum Salon. In altmodisch geschwungenen Lettern stand dort Gaslampenloge.

Auch Sam folgte meinem Blick. Dann sah sie mich mit einem ertappten Lächeln an. »Okay, da steht Loge, aber sie ist nicht geheim.«

»Wir mussten Rätsel lösen, um hier reinzukommen«, fügte ich hinzu und dachte an den einäugigen Wachmann an der Tür, der ein mechanisches Monokel mit vielen Zahnrädern und grünen Gläsern trug.

»Ich hab dir die Antworten vorgesagt«, rechtfertigte sich Sam. »Jetzt sei doch nicht so. Ich wollte dich nur mal unter Leute bringen. Seit der Schlacht kennst du nichts außer Trainieren und Lernen.«

»Du weißt genau, warum ich das mache.« Das sollte nicht wie ein Vorwurf klingen, aber ich ließ mir nicht mehr in meinen Plan hineinreden.

»Ja, ich weiß, was du vorhast, und ich meine auch nicht die Sache mit dem Höllentor.« Vorsichtig schaute sie über ihre Schulter, aber niemand hörte uns zu. »Es ist gefährlich. Ich habe einen Blick in die Bücher geworfen, die du aus Berlin mitgebracht hast. Was du vorhast, könnte -«

»Das ist mir durchaus klar, aber ich muss es versuchen«, unterbrach ich sie. »Er hat alles für mich aufgegeben. Ich würde es mir niemals verzeihen, wenn ich es nicht tue.« Die Alternative wäre, dass Darvin mir beim Sterben zusehen müsste. Über viele Jahre hinweg. Das konnte ich ihm nicht antun.

Sam ließ die Schultern hängen. Sie kannte mich zu gut und wusste offenbar, dass es keinen Sinn hatte, mir zu widersprechen. Stattdessen legte sie ein Lächeln auf. »Na, wenigstens konnte ich dich aus dem Haus kriegen.«

»Ja«, musste ich ihr zustimmen. Etwas Ablenkung tat mir wirklich gut. »Und dieser Anblick ist es allemal wert.«

Sam und ich schauten gleichzeitig zum großen Kamin hinüber.

Dort stand meine Leibwache. Seit ich angefangen hatte, die alten Texte der Priesterinnen von Schottland zu studieren, wichen Collin, Sean und Ainsley keinen Schritt von meiner Seite. Sie alle steckten in Steampunkkostümen, und nur Ainsley, die Kriegerin der MacMillans, die gern mit einer Streitaxt in den Kampf zog und mir Irrlichter gezeigt hatte, schien sich darin wohlzufühlen.

Ihren Freund Collin hatte Sam in einen englischen Lord verwandelt, mit Stehkragen, einem Pistolengürtel und sehr viel Messing.

Der dritte Krieger hingegen, der trotz seines charmanten Lächelns und dem Hang zum Dauerflirten der beste Schwertkämpfer der Duncans war, sah aus wie ein Abenteurer. Seans Zylinder hatte Ähnlichkeit mit dem von Sam, was Collin nicht sonderlich gefallen hatte. Dafür trug Collin einen Gehstock, der eine versteckte Pistole enthielt, in der Hand und  einen Degen sowie eine kleine Tasche voller Fläschchen an seinem Gürtel. Ainsley sah in der engen schwarzen Hose, der weißen Bluse und dem burgunderroten Korsett atemberaubend aus. Ihre wilde rote Mähne stach wie ein Farbklecks hervor. Am ganzen Körper trug sie Messing, Zahnräder und kleine Dolche sowie ein Pistolenhalfter um die Hüfte.

Allerdings zeugten die Gesichter von Sean und Collin davon, wie wenig ihnen diese Kostüme gefielen.

Natürlich wusste außer uns niemand, dass die Waffen unserer Gefährten echt waren und dass sie am ganzen Körper noch mehr versteckte Waffen trugen. All das nur, um mich und Sam zu schützen, denn nach dem Verschwinden von Lucianos Armee waren viele herrenlose Dämonen aus ihren Löcher gekrochen und machten nun das Land unsicher.

Sam und ich brachen gleichzeitig in Lachen aus, meine Leibwachen sahen aus wie begossene Pudel. Es dauerte eine Weile, bis wir uns wieder beruhigt hatten. So frei hatte ich mich schon seit Wochen nicht mehr gefühlt. Mein schlechtes Gewissen kehrte aber schnell wieder zurück.

Sam warf Collin eine Kusshand zu, bevor sie sich wieder zu mir umdrehte. »Ich verstehe ja, dass du Darvin retten willst, und ich stehe auch voll hinter dir, aber diese andere Sache. Willst du wirklich dein Leben riskieren, nur für eine Vermutung? Wenn es nicht klappt, haben wir wieder die gleiche Situation wie damals. Glaubst du, er würde das zulassen?«

Vermutlich nicht. Aber das würde mich nicht aufhalten. Die Alternative wäre schlimmer. »Ich weiß, er würde es auf einen Versuch ankommen lassen«, log ich und hoffte, dass sie mir glaubte.

»Mag ja sein, dass er es riskieren würde, aber ich werde es nicht.« Sam baute sich vor mir auf, wie damals in der zwölften Klasse, als ich nicht mit zu unserem Abiball gehen wollte und sie mich praktisch entführt hatte. »Ich werde es deinen Eltern erzählen.«

»Das würdest du nicht wagen!« Meine Eltern waren die einzigen Menschen auf der Welt, die mich aufhalten konnten.

»Und ob ich das würde. Sobald sie hier ankommen, packe ich aus und dann werden wir sehen, wie viel Sturheit wirklich in dir steckt.«

»Du kannst so gemein sein.« Und sie kannte mich viel zu gut. Sie wusste alles über meine Schwächen.

Das Klingeln meines Handys bewahrte uns vor einer Fortsetzung unseres Streites.

»Du hast dein Handy mitgenommen?«, fragte mich Sam aufgebracht und schaute sich nach allen Seiten um.

Zum Glück waren die Gespräche und die Musik von dem alten Plattenspieler zu laut, als dass jemand mein Handy gehört hätte.

»Nimm das Gespräch bloß unauffällig an«, raunte sie mir zu. »Ich bin gerade erst in die Loge aufgenommen worden und will nicht gleich wieder ausgeschlossen werden.«

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sie hektisch Collin und Ainsley herwinkte und ihnen etwas zuflüsterte. Dann widmete sie sich unserem Gastgeber und lenkte ihn gekonnt ab.

Rasch war ich von meinen Leibwächtern umstellt und konnte mich in Richtung Wand drehen, um mir unauffällig das Handy ans Ohr zu halten.

»Hello Sweetheart!«

»Dad!« Ein kalter Schreck fuhr mir durch die Glieder.

»Richtig geraten, mein Schatz«, fuhr Dad gut gelaunt fort. »Wir befinden uns gerade im Landeanflug auf Edinburgh und ich muss sagen, die Aussicht ist fantastisch.«

»Aber ihr wolltet doch erst morgen kommen!«

»Ach, wir haben es nicht mehr ausgehalten. Erst recht nicht, nachdem du uns erzählt hast, dass du nicht mehr in Berlin lebst, sondern in diesem fürchterlich kalten Land.«

»Aber Dad!« Vorsichtig schaute ich über meine Schulter, doch niemand hatte mich bisher bemerkt und Sam unterhielt sich schon wieder mit unserem Gastgeber. »Ich bin gerade auf einer Party.«

»Wie bitte?« Das war Mom. »Ich habe mich wohl verhört! Anstatt nach einem Job zu suchen, gehst du auf eine Party! Madison Perry, was hast du dir nur dabei gedacht!«

»Mom, so war das doch nicht gemeint.«

Ein leises Rascheln war zu hören, dann meldete sich Dad wieder. »Sweetheart, ich glaube, du machst dich lieber auf den Weg zum Flughafen. Wir haben sehr viel zu besprechen.«

»Ja, Dad. Bis gleich.«

Niedergeschlagen steckte ich mein Handy in die kleine Tasche an meinem Rock und suchte in der Menge nach Sam.

Sie musste mir angesehen haben, dass ich keine guten Nachrichten hatte, denn sie eilte gleich zu mir.

»Deine Mutter klang ja nicht sonderlich gut gelaunt«, raunte Collin mir zu.

»Was ist denn los?«, fragte Sam, kaum dass sie bei mir war.

»Meine Eltern sind schon auf dem Weg hierher«, gab ich frustriert zu. »Ich muss zum Flughafen und sie abholen.«

»Das klingt aber nicht gut«, erwiderte Sam.

Wie sollte ich nur meinen Eltern erklären, was sich in meinem Leben verändert hatte und wie ich zurzeit lebte? Ich hatte keine Ahnung, wie ich das machen sollte, und das, obwohl ich schon seit einer Woche von ihrem nahenden Besuch wusste.

»Sean und ich werden sie begleiten«, schlug Ainsley vor. »Wir treffen euch dann in der Pension.«

Sam drückte mich noch einmal, bevor wir uns von unserem Gastgeber verabschiedeten und uns zu dritt durch die Gäste schoben.

Erst auf der Straße konnte ich wieder tief durchatmen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals.

Ainsley musste mir helfen, als ich versuchte, mein Kleid ins Auto zu drücken, ohne es zu beschädigen.

Erleichtert ließ ich mich in die Polster sinken.

Sean setzte sich ans Steuer.

Obwohl ich die Augen geschlossen hatte, konnte ich deutlich spüren, wie er mich über den Rückspiegel musterte.

»Wenn meine Mutter meinem Vater schlechte Nachrichten überbringen musste, hatte sie einen geheimen Trick, damit mein Vater die Neuigkeiten gut aufnahm«, begann Sean plötzlich.

Eigentlich wollte ich es nicht wissen, doch aus Höflichkeit fragte ich dennoch: »Und welchen?«

Ainsley schlug die Beifahrertür zu, was das Auto zum Wackeln brachte.

»Sie zog sich nackt aus.«

Ich hörte einen harten Schlag und ein Keuchen von Sean.

»Konzentrier dich lieber aufs Fahren«, ermahnte Ainsley ihn.

»Ich hab doch nicht gemeint, dass sich Maddy im Flughafen ausziehen soll«, erklärte Sean. »Sondern besser hier im Auto. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn du dich ihr anschließt. Zur allgemeinen Lockerung der Stimmung.«

Als ich nach vorn sah, blitzte eine Klinge auf.

Ainsley beugte sich zu Sean herüber und drückte ihren Dolch fest gegen seinen Oberschenkel. Ein angriffslustiges Funkeln lag in ihren Augen. »Noch ein Wort von dir und ich mache dich zum Eunuchen.«

Sean lächelte wie ein kleiner Junge, der wusste, dass er etwas falsch gemacht hatte. Vorsichtig hob er Ainsleys Hand von seinem Bein und startete den Wagen.

Ein kleines Lächeln überzog mein Gesicht. An die Art meiner Leibwachen hatte ich mich schon so sehr gewöhnt, dass ich diese Entscheidung Shaemus MacConn schon gar nicht mehr übelnahm. Schließlich hatte er darauf bestanden, mir gleich drei Wachen zur Seite zu stellen. Es wären sogar vier geworden, wenn die Livingstones nicht mit einer Horde Eishexen zu kämpfen gehabt hätten.

Der Weg bis zum Flughafen war viel zu kurz. Ich bekam schweißnasse Hände, als wir auf dem Parkplatz neben dem Flughafengebäude ausstiegen und zum Haupteingang gingen. Die Blicke der Leute nahm ich gar nicht wahr, dafür war ich viel zu sehr damit beschäftigt, was ich gleich meinen Eltern erklären musste.

In der großen Eingangshalle erkannte ich meinen Vater leicht.

Er war der Einzige mit einem Cowboyhut. Meine Mutter wirkte neben ihm immer sehr viel kleiner als sie in Wirklichkeit war, denn mein Vater überragte mit seinen ein Meter neunzig oft alle anderen. Dazu kamen noch seine breiten Schultern und die muskulösen Arme, die von jahrelanger Arbeit auf der Familien-Ranch herrührten.

Mom trug wieder ihre Lieblingsjacke, die an der Taille eng geschnitten war und ihre Figur betonte. In ihrem hochgesteckten Haar zeigten sich die ersten grauen Strähnen. Sie hatte sich mit einem Arm bei Dad untergehakt und zog mit dem anderen ihren Koffer hinter sich her.

Dad musste sich immer ein wenig bücken, um den Griff seines Koffers zu erreichen.

Als sie mich sahen, wirkten sie einen Moment überrascht, doch dann trat ein Lächeln auf ihre Gesichter.

»Jetzt wird mir klar, was du mit Party gemeint hast«, begann meine Mutter. Dann umarmte sie mich. »Hallo Schatz. Ich finde es toll, dass du keine Handschuhe mehr trägst.«

Natürlich war ihr das zuerst aufgefallen.

»Und wer sind deine Begleiter, Sweetheart?«, fragte Dad und musterte Sean mit einem finsteren Blick, bevor er mich zu einer festen Umarmung an sich zog.

Mir blieb die Luft weg, ehe Dad mich endlich wieder losließ, Darvin konnte er mit seinem finsteren Blick allerdings nicht das Wasser reichen.

»Das sind Sean Duncan und Ainsley MacMillan«, stellte ich die beiden meinen Eltern vor. »Sie passen auf mich auf.«

»Ist diese Stadt denn so gefährlich?«, fragte Mom und sah meine beiden Wachen kritisch an.

»Nicht wirklich, aber die Umstände haben den Clan MacConn dazu gezwungen«, versuchte ich die Sache zu erklären. Noch wollte ich ihnen nicht darlegen, dass mich meine Wachen davon abhalten sollten, selbst in die Hölle zu gehen, um meinen Verlobten herauszuholen.

»Das musst du mir genauer erklären, Schatz.« Mom sah mich so verwirrt an, wie ich mich fühlte.

Ich hakte mich bei beiden unter und führte sie zum Ausgang. »Ja, ich habe euch allerdings eine ganze Menge zu erklären.«